Das Multimodales Konzept oder auch MMK

Das Multimodales Konzept was ist das eigentlich?
Es ist eine Kombination aus drei Therapiestrategien (Ernährungs-, Bewegungs-und Verhaltenstherapie), die einerseits Voraussetzung für einen operativen Eingriff sind, andererseits auch drei Komponenten für einen langfristigen Erfolg bei Adipositas Ernährungs-, Bewegungs-und Verhaltenstherapie !

Ernährungstherapie:
Wichtig bei der Adipositastherapie ist die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Eine moderate Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent geht bereits mit einer signifikanten Verbesserung der Stoffwechsellage und anderer Körperfunktionen sowie einer besseren Lebensqualität einher. Vorrangiges Ziel jeder Adipositastherapie ist die langfristige Stabilisierung des reduzierten Körpergewichts.
Sie kann sowohl in einer Einzel- als auch in einer Gruppenberatung durchgeführt werden. Für die Ernährungstherapie vor einem adipositaschirurgischen Eingriff ist es entscheidend, dass die Behandlung zum Beispiel durch einen Ernährungsmediziner/ Oecotrophologen oder einen Diätassistenten, in jedem Fall aber durch eine dritte Person aus einem ernährungstherapeutischen Beruf unterstützt werden soll. Eigenständige Diät-Versuche können für das multimodale Therapiekonzept nicht berücksichtigt werden.

Bewegungstherapie:
Die Bewegungssteigerung ist eine weitere Komponente im multimodalen Therapieansatz zur Gewichtskontrolle. Soweit es der Gesundheitszustand der Patienten mit Adipositas zulässt, ist moderate sportliche Betätigung von mindestens 45 Minuten an mehreren Tagen pro Woche anzustreben.
Die Art der körperlichen Bewegung ist dabei nicht entscheidend und kann den Fähigkeiten entsprechend ausgewählt werden.
Ähnlich wie bei der Ernährungstherapie empfiehlt sich auch hier die langfristige Begleitung durch einen Therapeuten/Trainer oder eine Bewegungsgruppe.

Verhaltenstherapie:
Verhaltenstherapeutische Ansätze können bei der Einhaltung der Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen unterstützen und sind für eine langfristige Änderung im Leben sehr hilfreich.
Die Art der Verhaltenstherapie richtet sich nach der Empfehlung des behandelnden Arztes und kann einerseits eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung oder eine Lebensstiländerung sein. Beides soll uns, unser Verhalten bewusst zu machen und bei der Selbstreflexion und der Veränderung unserer Lebensgewohnheiten unterstützend.

Zur Therapie können Maßnahmen wie Konfliktlösetraining, Rückfallprävention, Umstrukturierungen der Gedankenmuster oder die Einübung individueller Muster zum Bewegungs- und Essverhalten gehören. Im besten Fall greift die Verhaltenstherapie unmittelbar in das Erlernte aus der Ernährungstherapie und bildet einen Grundstein für das Leben nach der Gewichtsreduktion.

 

Melanie Bahlke

Über Melanie Bahlke

Leiterin der Adipositaschirurgie Selbsthilfegruppe an der Sana-Klinik Offenbach und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AcSD e.V.
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